Garnacha

Bevor die in Spanien autochthone Garnacha Tinta vor der Jahrtausendwende durch den Tempranillo abgelöst wurde, war sie die meistgepflanzte rote Rebsorte Spaniens. Ihre Entstehung wird auf das 12. Jahrhundert nach Christus datiert, man nimmt an, dass sie sich von Aragón aus im Mittelmeeraum ausbreitete; im 17./18 Jahrhundert kam die Traube als Grenache in die französischen Weinbauregionen Roussilion und Languedoc, später hielt sie auch in Australien, Nordafrika, Israel und Kalifornien Einzug.

In Spanien ist die Garnacha fast omnipräsent und in etwa der Hälfte der Denominaciones de Origen als offizielle Rebsorte zugelassen. Die wichtigsten Garnacha-Regionen sind Aragón, Rioja, Navarra, Katalonien und Madrid. Im Jahre 2008 waren 85.000 Hektar Rebfläche mit Garnacha bestockt (Quelle: ICEX). Trotz ihrer weiten Verbreitung führte die Garnacha lange ein Schattendasein in Spanien und erfuhr nur wenig Wertschätzung. Das hat sich etwa um die Jahrtausendwende geändert. Seitdem erfreut sich die Traube einer richtiggehenden Renaissance und das in allen Preisklassen. Es sind zahlreiche reinsortige Garnacha-Weine entstanden - viele günstige Weine mit sensationellem Preis-Leistungs-Verhältnis und im mittleren und oberen Preissegment eine Vielzahl hochklassiger Rotweine, die national wie international Furore gemacht haben. Zu nennen wären hier etwa die Weine von Comando G (Tumba del Rey) in der D.O. Vinos de Madrid oder Jiménez Landi im Anbaugebiet Mentrida.

Ein Sonderrolle spielt das kleine Priorat, in dem ca. 40 % der Garnachabestände Spaniens liegen. Zusammen mit der Cariñena bildet hier die Garnacha die klassische Cuvée. Spektakuläre Weine wie L'Ermita, Clos Mogador, Clos Martinet, La Creu Alta Alta und La Basseta enthalten Garnacha in kleineren oder größeren Anteilen.

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