Montilla-Moriles

Sherry- und Süßweinparadies Montilla-Moriles

Wenn es um spanischen Wein geht, denken die meisten an Rioja oder Jerez. Doch Montilla-Moriles? Diese Region ist selbst heute ein für viele immer noch unentdecktes Juwel. Wer hier einmal ein Glas Pedro Ximénez in der Hand hatte, weiß: Das ist pure Magie.

Südlich von Córdoba, gelegen im sonnigen Andalusien, liegt die DOP Montilla-Moriles. Mit 5.025 Hektar Rebfläche und einer Jahresproduktion von 206.960 Hektolitern zählt es definitiv nicht zu den Riesen unter den spanischen Weinbaugebieten. Das macht die Region aber problemlos mit ihrem ganz besonderen Charakter wieder wett. Hier besticht man durch einzigartige Qualität, nicht Quantität. Hier entstehen Weine, die in Sachen Intensität und Eleganz ihresgleichen suchen.

Pedro Ximénez – die Traube, die alles verändert

Wenn Montilla-Moriles für eine Sache bekannt ist, dann für Pedro Ximénez. Diese Rebsorte spielt die Hauptrolle in der Region und ist verantwortlich für einige der süßesten und aromatischsten Weine Spaniens. Zum Vergleich: Winzer in Jerez müssen den Alkoholgehalt im Sherry-Wein durch Aufspritung erhöhen. Pedro Ximénez kommt ganz natürlich auf 15 bis 17 Volumenprozent.

Natürlich gibt es auch andere Rebsorten. Moscatel, Airén, Verdejo, Macabeo, Chardonnay und Sauvignon Blanc sind ebenfalls erlaubt, aber ganz ehrlich? Sie sind nur die Nebenrollen in einem Film, in dem Pedro Ximénez der unangefochtene Star ist.

Welche Weine kann man hier erwarten?

  • Vino Joven: Jung, frisch und unkompliziert. Perfekt für laue Sommerabende.
  • Fino: Trocken, elegant und mit feiner Mandelnote. Passt perfekt zu Tapas.
  • Amontillado: Eine Mischung aus Frische und oxidativer Reifung. Mehr Tiefgang geht kaum.
  • Oloroso: Intensiv, kraftvoll und voller Nussaromen. Ein Wein für Kenner.
  • Pedro Ximénez: Flüssiges Gold. Dickflüssig, süß und mit Aromen von Feigen, Datteln und Schokolade.

Diese Weingüter muss man kennen

Montilla-Moriles ist klein, aber fein. Nur 41 Weingüter produzieren hier, doch einige haben sich weltweiten Ruhm erarbeitet. Alvear, Pérez Barquero und Toro Albalá gehören zu den Namen, die man sich merken sollte.

Toro Albalá sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Ihr Don PX Convento Selección 1946 erhielt 100 Parker-Punkte und ist ein Beweis dafür, dass in dieser Region Weine entstehen, die mit den besten der Welt mithalten können.

Diese Bodegas arbeiten oft noch mit Solera-Systemen, die über Generationen hinweg gepflegt wurden. Das Ergebnis? Weine mit einer Tiefe und Komplexität, die man so schnell nicht vergisst.

Hitze, Kalkstein und ein einzigartiges Terroir

Wer denkt, in Rioja kann es heiß werden, der war noch nie hier. Im Sommer steigen die Temperaturen regelmäßig über 40 °C. Denkbar ungünstige Bedingungen für den Weinanbau, aber zum Glück gibt es hier die berühmten Albariza-Böden: eine Mischung aus Kreide und Kalkstein. Sie speichert Wasser wie ein Schwamm über Wochen und Monate und hilft den Reben so selbst die trockensten Monate zu überstehen.

Die besten Weinberge liegen in den Altos de Moriles und der Sierra de Montilla, wo die Trauben besonders konzentrierte Aromen entwickeln. Diese Höhenlagen und das einzigartige Terroir sind der Grund, warum Pedro Ximénez hier anders schmeckt als irgendwo sonst auf der Welt.

Der perfekte Genussmoment

Weine aus Montilla-Moriles sind mehr als nur ein Getränk – sie sind ein Erlebnis.

  • Fino: Gut gekühlt bei 8–10 °C genießen, am besten zu Oliven und Manchego.
  • Amontillado: Bei 12–14 °C servieren, dazu gereifter Käse oder Mandeln.
  • Pedro Ximénez: Ein Dessert für sich, aber zu dunkler Schokolade oder Blauschimmelkäse wird er zum Hochgenuss.

Besonders beeindruckend ist die Lagerfähigkeit. Einige Weine überdauern Jahrzehnte, ohne an Qualität zu verlieren. Wer also eine Flasche aus Montilla-Moriles im Keller hat, sollte sich Zeit nehmen – sie wird nur besser.


 

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